DIY: Naturkratzbaum

Mein Mann kann…(dieses Mal durfte ich sogar richtig mithelfen)
Endlich! Ich darf euch unseren selbstgebauten Kratzbaum zeigen 😀

Da ich bis jetzt leider keinen passenden Kratzbaum gefunden habe der den Bedürfnissen meiner beiden Jungs gerecht wird; haben wir beschlossen wir bauen den Kratzbaum einfach selbst.

Die Deluxe-Kratzbäume von bekannten Herstellern wie Pet-Fun oder Kristins Heimtiershop haben wirklich utopische Preise. Sie sehen hübsch aus keine Frage,  400€ und aufwärts für einen Kratzbaum bezahlen? Käme für mich nicht in Frage.
Zumal der Kaufpreis in meinen Augen nicht wirklich gerechtfertigt ist. Sowohl das Material als auch die Lohnkosten etc. rechtfertigen nicht solche Preise

Ich musste feststellten, dass ein Naturkratzbaum viel Geduld und jede Menge Werkzeug erfordert.

20160408_104537
Meine super coole Skizze 😀

 

Das Holz

Zuerst mussten wir die passenden Holzstämme finden. Sie sollten stabil sein und eine angenehme dicke haben von 8-11cm. Da er natürlich auch günstig sein sollte haben wir sämtliche Grünabfallplätze in der Gegend abgefahren.20160218_171036
(Das Frühjahr ist ideal wenn man Baumstämme sucht; Bauern & Gemeinden schneiden in dieser Zeit ihre Bäume damit sie im Sommer wieder neu treiben können)
Da wir in der passenden Zeit gesucht haben, wurden wir schnell fündig und hatten unsere 3 Stämme beieinander 🙂
Mit tollem Panorama haben wir die Stämme gleich auf dem Grünabfall zugesägt.
Zusätzlich haben wir noch 2-3 dünnere Stämme mitgenommen für die spätere Stabilität.

Nachdem die Stämme zugesägt waren haben wir sie in die Werkstatt meinem Freundes gebracht. Hier haben wir dann gleich die Stämme entrindet.
(Entrinden sollte man auf jeden Fall solange das Holz noch feucht & frisch ist; so geht die Rinde einfacher ab!)
Zum entrinden habe wir kein spezielles Werkzeug genommen, sonder nur eine einfache Spachtel.
Die Holzstämme müssen nachdem sie entrindet wurden noch 3-4 Wochen liegen damit sie richtig trocken sind um sie verarbeiten zu können!

Bodenplatte & Bettchenauflagen

Natürlich brauchen wir nicht nur Stämme, sonder auch eine Bodenplatte und Platten für die Bettchen, Schrauben u.s.w 🙂
Dafür sind wir in den Baumarkt bei uns um die Ecke gefahren und haben tapfer eingekauft.20160226_183658
Da der Kratzbaum qualitativ hochwertig sein sollte & auch langlebig haben wir uns für Echtholz entschieden.
Unsere Bodenplatte ist 120x 60cm, die Bettchen werden später rund mit einem Durchmesser von 55cm, also haben wir 2 Quadrate a‘ 58x58cm zusägen lassen.
2 weitere Quadrate  für die Zwischenebene (die später auch rund werden sollen mit einem Durchmesser von 42cm)  und den Boden des Häuschens a‘ 44x44cm.
Zusätzlich 6 Platten 40x50cm für die Seiten & Dach des Häuschen.
Ein Dübelset mit Holzkleber, 4 große Schrauben für die Stämme und 3 dünnere Schrauben für die Bettchen und Filzgleiter damit man den Kratzbaum später leichter verschieben kann. Um das ganze später zu stabilisieren haben wir noch eine Gewindestange gekauft die wir zwischen den mittleren und hohen Stamm klemmen.
Bis wir alles zusammen hatten musste wir 3 mal in den Baumarkt gehen 😀
Am Ende habe ich für alles 127,52€ bezahlt.

Jetzt geht’s los!

20160312_102719
um euch zu zeigen dass wir wirklich alles selbst gebaut haben, habe ich euch ein Foto vor beginn der Arbeit gemacht 🙂

 

Wir haben alles sämtliches Material gekauft und die Stämme sind trocken, also kann die Aktion „DIY Kratzbaum“ beginnen.
Da ich schon eine genaue Vorstellung hatte wie der Kratzbaum aussehen sollte war der Plan fix und wir konnten loslegen.
20160219_104857.jpgBegonnen haben wir mit dem Häuschen.

Also Info am Rande:
Hier wollte ich ursprünglich die Kratztonne von Trixie verwenden. Als ich diese dann abgezogen habe, um sie neu bespannen zu können, kam darunter eine zu große Klorolle raus die gefühlt 1000 Tackernadeln in sich hatte (die teilweise auch abgebrochen und scharf Kantig waren)
Ich habe die Kratztonne damals im Angeot bei Amazon gekauft für 28€; regulär kostet sie über 65€! Der Preis für so eine Qualität geht gar nicht in meinen Augen.
Habe sie entsorgt weil ich sie sowieso nicht weiter verwenden konnte und wollte.

Als die Kratztonne ein kleiner Reinfall war haben wir spontan umgeschwenkt und nehmen stattdessen lieber einen Echtholzwürfel! Hinterher muss ich wirklich sagen was das eine sehr gute Entscheidung!
Das Häuschen sollte 42cm breit werden und 52 cm hoch. Wir haben die Holzplatten dann passend aneinander gelegt und mit Holzdübeln verklebt (ich wollte keine sichtbaren Schrauben haben). Die Bodenplatte liegt innen sodass man sie von außen nicht sieht – finde ich einfach hübscher 🙂

20160312_195515

Der Eingang sollte die Form eines Katzenkopfes haben (war tatsächlich die Idee von meinem Freund)

Diesen habe ich auf dem Holz vorgezeichnet und er hat ihn dann mit der Stichsäge ausgesägt. Die Kanten habe ich dann von Hand abgerundet damit sich später keiner der Jungs einen Holzsplitter holt.
Den Deckel das Häuschens haben wir bewusst länger gelassen an der Seite damit ich hier einen Hacken anbringen kann für Spielis 🙂

Den Deckle sowohl das Häuschen selbst haben wir nicht verklebt damit es abnehmbar und später ggf. ausgetauscht oder geputzt werden kann.

Geschafft, das Häuschen ist fertig. Nun konnten wir mit den Stämmen beginnen.
Zuerst haben wir die unteren Löcher für die großen Schrauben vorgebohrt, danach die für die Bettchenplatten. Das Bohren der großen Schrauben war ein wirkliches Kraftakt und das Holz hat dabei kräftig geraucht; ist nicht zu unterschätzen! 20160312_161855
Alle Stämme hatten die benötigten Löcher; jetzt fehlen nur noch die Löcher in der Bodenplatte. Hier haben wir ein Spezialwerkzeug genommen damit wir die Schraubenköpfe in der Bodenplatte einsinken lassen können. So steht die Platte später eben und es gibt keine Kratzer auf dem Laminat 😉

Als nächstes haben wir die runden Platten der einzelnen Ebenen mit der Stichsäge ausgeschnitten. Mit einer Schleifmaschine habe ich danach dann wieder die Kanten abgerundet damit sie auch hier später keiner verletzt; runde Kante sehen sowieso besser aus 🙂 (Die runden Platten haben wir mit einem Zirkel angezeichnet 😉 )


20160312_194954.jpgDie runden Platten kamen dann auf die Stämme, nun war die Wasserwage und ein gutes Auge gefragt. Da sie Stämme ansich krumm sind musste wir oben anpassen damit die Bettchen später trotzdem gerade sind. Platte runter-abschleifen-Platte wieder drauf, platte runter- abschleifen- wieder drauf; das Spielchen ging ein paar mal so bis es endlich passte.
Die Stämme inkl. Platten standen und das Häuschen habe wir danach dann auch gleich mit Holzdübeln festgesteckt!

TAG 1. WÄRE GESCHAFFT!

Über Nacht haben wir das Häuschen gespannt damit der Kleber besser trocknen kann 😉

 

 

20160313_155302


 

Am 2ten Tag musste nur noch Kleinigkeiten erledigt werden. Die Schräge am Häuschen sollte noch Sprossen bekommen damit Paul besser halt findet, die Kanten das Häuschens müssen noch komplett abgerundet werden & der große Stamm musste gekürzt werden da wir uns da etwas vermessen haben 😀

Die Sprossen habe wir aus kleinen dünnen Latten gemacht die wir mit der Schleifmaschine abgerundet haben. Mit gleichmäßigem Abstand haben wir sie dann auf die Schräge geklebt.

 Der Feinschliff

Natürlich darf an einem richtigen Kratzbaum das Sisal nicht fehlen!
Dieses habe ich im Internet bei Kratzbaumland bestellt. Hier könnte ich euch übrigens auch ganz einfach ausrechnen lassen wie viel Sisal ihr benötigt 😉  (  Sisalrechner )

Bevor wir das Sisal gewickelt haben, musste wir zuerst ein Holz quer zwischen den mittleren & hohen Stamm anbringen damit der Kratzbaum insgesamt stabiler ist!
Dazu haben wir zuerst die Kerbung für die Schrauben gebohrt damit diese später nicht rausschauen (daran könnten sich sonst die Miezen im dümmsten Fall verletzen)
Nun haben wir Löcher in beide Stämme gebohrt, durch die wir später eine Gewindestange mit einem Holzstück verkleidet anbringen.
In das Holzstück haben wir der Länge nach ein Loch gebohrt welches die Gewindestange verkleiden soll. Dafür haben wir einen extra Aufsatz im Baumarkt geholt 🙂
Mit Muttern wurde die verkleidete Gewindestange dann angezogen; sitzt bomben fest!

Da nun alles sitzt konnten wir das Sisal wickeln.
Dafür haben wir ein Loch in den Stamm gebohrt in das wir das Seil inkl. Heißkleber gesteckt haben (Tackerklammern waren mir zu riskant)
Unter viel zug wurde dann das Sisal um den Stamm gewickelt. Damit es besser hält haben wir das Sisalseil an einigen Stellen mit Sprühkleber fixiert. Beim wickeln kommt man richtig ins schwitzen da es möglichst straff und eng liegen sollte, ansonsten bekommt man unschöne Lücken.
Das Ende wurde dann auch in einem Loch mit Heißkleber untergebracht.
So kann später das Sisal auch ganz einfach ausgetauscht und neu gewickelt werden.

Kleines Update; Wir haben wir für Paul nochmal eine kleine zwischen Ebene angebracht mit der leichter auf die erste Platte kommt 🙂

 

Die Männerarbeit ist vollbracht, nun ist Frauenarbeit angesagt 🙂


Die Bettchen & Kissen

Der Komfort sollte auf gar keinen Fall zu kurz kommen, daher habe ich mich für schicke, gepolsterte Bettchen mit Wulst entschieden, und im Häuschen für ein Kissen mit Biese.
Die suche nach einem passenden Stoff trieb mich halb in den Wahnsinn 😀 es gibt massenhaft Stoff; und ich hatte so viele Ideen das ich kurzzeitig leicht am verzweifeln war und gar nicht mehr wusste was ich eigentlich will!
Nach langem Suchen und etlichen Stoffmustern später habe ich aber dann einen passenden, robusten Stoff gefunden das farblich gut ins Gesamtbild passte.
Natürlich habe ich mir ein besonderes Exemplar ausgesucht, auf das ich 3 Wochen warten durfte. (Geduld ist eine Tugend – die ich nicht besitze 😀 )Bestellt hab ich den Stoff bei Stoffe.de , hier findet man eine große Auswahl an Stoffen, Materialien und Mustern.
Endlich! kurz nach Ostern kam dann endlich das Päckchen mit dem Stoff. Er fühlte sich kräftig & robust an, kratzt aber überhaupt nicht. Genau das was ich gesucht habe.
Da ich gerne 2erlei Bettchen haben wollte für Sommer & Winter, bin ich noch für die Winterbettchen auf der Suche nach dem passenden Stoff (das Drama beginnt dann garantiert wieder von vorne)
Da wir aber auf den Sommer zusteuern wollte ich zuerst diese Bettchenvariante fertig haben.
(natürlich werde ich euch gerne die Winterbettchen später zeigen)

Außer Stoff benötigen wir für die Bettchen noch eine Füllung/ Wattierung die ich aus alten Kissen genommen habe, und Klettverschluss um die Bettchen später auf den Platten fixieren zu können. (Die Füllung bekommt ihr auch überall im Internet, achtet aber darauf das diese waschbar ist.) In einem Geschäft für Nähbedarf habe ich 2,50m Klettverschluss gekauft für 8,70€. Für die Nähmaschine haben wir dann noch einen passenden Faden gesucht der stimmig mit dem Stoff ist.
Da ich selber nur mäßig begabt bin an der Nähmaschine hatte ich Hilfe von der lieben Mama meines Freundes, die eine wahre Koryphäe an der Nähmaschine ist. Eine wahrhaft handwerklich begabte Familie 😉

 1.Tag

Endlich, nach 3. langen Wochen Wartezeit war der Stoff nun endlich da, und wir konnten los legen. Um es gleich vorweg zu sagen, ich habe den zeitlichen Aufwand maßlos unterschätzt 😀
Den Auftakt machten die Bettchen mit der Wulst.
Zuerst haben wir den Stoff auf dem Boden ausgebreitet und dann angezeichnet 6 die Stoffteile zugeschnitten.
Um den teuren Stoff zu sparen haben wir für die Unterseite der Bettchen jeweils Leinentücher genommen. Passte farblich einfach super zusammen da die Leinentücher in einem hellen Beige Farbton waren.
Nachdem alles zugeschnitten war haben wir die Wulst zusammen genäht, erst die kurzen Enden aneinander,nach innen gedreht, und dann von außen die lange Kante. Die nahr der langen Seite ist deshalb außen weil wir an ihr den Boden festgenäht haben (die Naht ist trotzdem später innen und nicht zu sehen). Die innere Kante wurde dann noch eingesäumt damit diese später nicht ausfransen kann.
Bevor ich die Wulst stopfen konnte, wurde noch der Klettverschluss ringsum unten am Bodenstoff festgenäht, danach wurde die Wulst gestopft und die kleine Öffnung mit der Nähmaschine verschlossen.
Als nächsten und letzten Schritt fehlten nur noch die Kissen.
Diese wurden auch ringsum abgesteppt, innen eingesäumt, gestopft und mit der Nähmaschine verschlossen.
Was hier realtiv simpel klingt war aber tatsächlich viel Arbeit und kostete tatsächlich auch eine menge Zeit. 6. Stunden um es genau zu sagen, aber es halt sich auf jeden fall gelohnt denn das Ergebnis sieht wirklich toll aus.

Alleine wäre ich vermutlich nicht annähernd so schnell gewesen, geschweige denn dass das Ergebnis so perfekt geworden wäre 😀

2. Tag

Das Finale, das Ende ist in greifbarer Nähe 🙂
Nur noch 2 Kissen, dann ist das Projekt DIY-Kratzbaum abgeschlossen.
Da Paul gerne Probleme mit seinen Hinterbeinen im Winter hat wollte ich gerne für ihn zusätzlich ein Rapskissen haben, welches ich im Winter im Backofen auf eine angenehme Temperatur bringen kann, um es ihm ins Körbchen zu legen.
Das Rapskissen sollte in 5 Kammern unterteilt werden damit sich der raps später gleichmäßiger verteilt und Paul angenehm liegen kann.
Das Innlett haben wir aus einem Leintuch zurecht geschnitten und die einzellnen Kammern angezeichnet. Ringsum wurde das Kissen zugenäht, und die einzelnen Kammern abgesteppt. Natürlich ließen wir überall einen kleine Öffnung zum befüllen der jeweiligen Kammern.
Damit alle Kammern gleichmäßig befüllt wurden, haben wir den vorher Raps abgewogen und ein einzelne Schüsseln verteilt.
Mit einem Trichter wurden dann die Kammern befüllt, und gleich danach zugenäht damit es sich nicht vermischt. Am Ende haben wir 950g ins Kissen gepackt. :DAls nächstes kam die Hülle des Kissens dran. Hier haben wir vom „guten Stoff“ die Oberseite ausgeschnitten, und vom Beigen Leinentuch die Unterseite.
Auf der Unterseite haben wir eine kleine Öffnung mit Klettverschluss angebracht damit man das Innlett später ganz einfach entnehmen kann. Auch ihr haben wir die Kanten innen versäumt um ein späteres ausfransen zu vermeiden.

Last but not least das Kissen mit Biese.
Ein 0-8-15 Kissen hat jeder, daher sollte das Kissen im Häuschen auch etwas besonderes werden. Also entschlossen wir uns hier für eine Biese.
Wie bei den vorangegangenen Kissen haben wir zuerst wieder den Stoff zugeschnitten, auch hier haben wir für die obere Seite den „guten“ Stoff verwendet, und für den Boden das Leinentuch.
Die Ränder außen wurden abgesteppt, danach wurden innen die Ecken eingeschnitten damit diese später außen spitziger sind. Der Stoff wurde gewendet, und von außen wurde die Biese dann abgesteppt. Auch hier ließen wir eine kleine Öffnung zum Befüllen des Kissens. Die Öffnung wurde nach dem befüllen von Hand zugenäht damit später keine äußerlich ersichtliche Naht zu sehen ist. (wenn ich selbst genäht hätte, hätte es vermutlich von Hand noch schlimmer ausgesehen als mit der Maschine 😀 )


 

So sieht nun unser Werk nach knapp 4 Wochen intensiver Arbeit aus. Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung, und die tolle Hilfe 🙂 ohne meinen Freund,dessen Mama und das viele Werkzeug wäre er nur hab so schön geworden!

klickt auf die Fotos um sie größer sehen zu können!

♥ Das Projekt Naturkratzbaum ist vollendet ♥

Advertisements

3 Gedanken zu “DIY: Naturkratzbaum

Gib uns ein Feedback :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s